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Interessantes nicht nur für Raucher


Was bringt das Rauchen

  • Kürzeres Leben Im Durchschnitt wird die Lebenserwertung um 10 Jahre verkürzt. Pro Zigarette sind das etwa 7 Minuten.
  • Krebs Lungenkrebs ist durch Rauchen zur häufigsten Krebsart geworden, auch für Frauen. Die Zahl der Bronchialkarzinome bei Frauen hat sich seit 1960 verfünffacht. Rauchen verursacht 90 Prozent aller Lungenkrebse. Auch die meisten anderen Krebsarten stehen oft in direkten Zusammenhang mit dem Rauchen.
  • Atemwegserkrankungen Rauchen führt zu Bronchitis und Emphysem (Lungenblähung). Beim Konsum von 20 Zigaretten pro Tag trifft dies jeden Sechsten, bei 40 Zigaretten pro Tag jeden Vierten. Atemnot, Husten, Angst usw. sind ständige Begleiter.
  • Herzschaden Das Risiko des vorzeitigen Todes durch Erkrankungen der Herzkranzgefäße verzehnfacht sich bei Rauchern. Jeder sechste Herztod ist auf das Rauchen zurückzuführen. Bis zum Tod können oft viele Jahre des Schmerzes vergehen.
  • Durchblutungsstörungen Die Durchblutung der Beine ist bei vielen Rauchern mit der Zeit geschädigt. Jeder Schritt wird zur Qual. Das Risiko, durch Verschluss der Arterien ein Bein zu verlieren, ist stark erhöht.
  • Kinder müssen’s büßen Das Neugeborene, deren Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat, ist im Durchschnitt 250 Gramm leichter. Der plötzliche Kindstod ist doppelt so häufig. Die Kinder leiden häufiger an Asthma und Allergien.
  • Körperliche Einbußen Viele Raucher meinen, „mich wird’s schon nicht erwischen“. Tatsache aber ist, dass jeder Raucher – ohne Ausnahme – durch den Tabakkonsum auf irgendeine Art gesundheitlich geschädigt wird.
  • Finanzielle Einbußen Für ca. 17 Prozent der Raucher ist die finanzielle Überlegung ein Grund zum Aufhören. Geld verwenden, nicht verschwenden! Für den selbstverschuldeten Gesundheitsschaden greifen manche sehr tief in die Geldtasche. Totaler Unsinn! Rauchen macht krank und die Geldtasche blank!
  • Nichtraucher leiden Das sogenannte Passivrauchen verursacht in abgeschwächter Form die gleichen Gesundheitsschäden wie beim Aktivrauchen. Woher nimmt sich der Raucher das Recht dazu?

(Quelle: NichtRaucher-Zeitung)

Sport und Rauchen

Zum Erfolg im sportlichen Wettkampf gehören nicht nur ein individuell abgestimmter Trainingsplan und eine gute sportmedizinische Betreuung, sondern auch eine an den tatsächlichen Bedürfnissen des Körpers orientierte Lebensweise mit gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und Verzicht auf Suchtmittelkonsum. Insbesondere die schädlichen Wirkungen des Rauchens und Passivrauchens werden oft unterschätzt.

  • Rauchen erhöht die Infektanfälligkeit und verschlechtert die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff. Das Lungengewebe „merkt“ sich jede Zigarette! Ein rauchender Sportler ist den gesundheitlichen Gefahren durch das Rauchen genauso ausgesetzt wie ein Sport-„Muffel“. Etwa 40 krebs erregende Stoffe sowie weitere rund 4.000 Substanzen, von denen viele giftig sind, wurden bereits im Tabakrauch nachgewiesen.
  • Die gesundheitlichen Nachteile des Rauches betreffen in abgeschwächter Form auch Passivraucher. Wer z. B. acht bis zehn Stunden in einem verqualmten Raum zubringt, atmet etwa soviel Schadstoffe ein, als hätte er selbst eine halbe Packung Zigaretten geraucht. Einige Schadstoffe des Tabakrauchs sind im so genannten Nebenstromrauch, der von der glimmenden Zigarette aufsteigt, sogar in besonders hoher Konzentration vorhanden (z. B. Benzol, Cadmium und Formaldehyd). Daher sollten sich Nichtraucher, besonders Leistungssportler, die stets auf eine besonders gute körperliche Verfassung angewiesen sind, nach Möglichkeit vor Passivrauch schützen.
  • Entwöhnungswilligen Rauchern hilft regelmäßige körperliche Bewegung, sich aus der Tabakabhängigkeit zu befreien. Bewegung verschafft Ablenkung und hellt die Stimmung auf. Ausdauersportarten wie Walking, Jogging, Schwimmen, Radfahren oder Skilanglauf sind besonders geeignet. Wer sich gern nach dem Rhythmus von Musik bewegt, kann auch tanzen.
  • Wenn die berufliche bzw. familiäre Auslastung keine regelmäßige sportliche Betätigung zulässt, gibt es auch im Alltag genügend Möglichkeiten, für körperliche Bewegung zu sorgen – z. B. Treppen steigen auch dort, wo Aufzüge und Rolltreppen vorhanden sind, oder zum täglichen Einkauf das Fahrrad anstelle des Autos benutzen.
  • Bewegung kurbelt Kreislauf und Stoffwechsel an, gibt „Power“ und Schwung und verhilft zu einem positiven Körpergefühl. Durch Yoga oder Autogenes Training können die günstigen Wirkungen körperlicher Bewegung unterstützt und ergänzt werden. Wer allerdings lange Zeit keinen Sport getrieben hat, sollte seinen Hausarzt oder einen Sportmediziner konsultieren, um abzuklären, welche Sportart in Betracht kommt.
  • Jugendliche sollten wissen, dass Zigaretten mangelnde Selbstsicherheit nicht kaschieren können. Dagegen entwickeln Jugendliche, die sportlich aktiv oder in Vereinen, Hilfsorganisationen, kirchlichen Einrichtungen oder Umweltgruppen ehrenamtlich tätig sind, Selbstbewusstsein und eine positive Lebenseinstellung.
  • Durch Sport oder Ehrenämter kann man Teamfähigkeit, soziale Kompetenz bzw. organisatorische Fähigkeiten trainieren und aufbauen wie eine Muskelpartie. Bei Bewerbungen um begehrte Lehrstellen lassen diese Eigenschaften und Befähigungen einen jungen Menschen aktiv, interessiert und aufgeschlossen erscheinen. Selbstbewusstes Auftreten, eine lebensbejahende Einstellung und verantwortungsbewusstes Handeln wirken auch auf das andere Geschlecht attraktiver als Zigarettenkonsum aus Imponiergehabe oder Langeweile.

Vier Irrtümer der Raucher

  • Geschmack und Genuss Die erste Zigarette hat wohl noch keinem Raucher geschmeckt – von ihrer sonstigen Wirkung (Husten, Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerz) schon mal ganz abgesehen.Geschmack und Genuss werden den Rauchern lediglich durch die Tabakwerbung suggeriert. Sie hämmert mit Hilfe vieler Werbemillionen die gewünschte Botschaft in die Köpfe der Raucher.
  • Stressbewältigung „Rauchen beruhigt mich.“ – Falsch: Rauchen erzeugt Rauchverlangen. Der Stoffwechsel des Rauchers hat sich auf einen bestimmten Nikotinspiegel eingestellt und sobald der Nikotingehalt im Blut sinkt, kreisen die Gedanken des Rauchers unaufhörlich um die nächste Zigarette und die Beschaffung von Tabakwaren. Der Raucher wird nervös und unkonzentriert. Die Sucht fordert ihr „Recht“. Es entsteht ein regelrechter Suchtstress.“Ich rauche, weil ich Stress habe.“ – Die Wahrheit ist: Zigaretten führen nicht zur Stressbewältigung. Nichtraucher sind genauso beruflichen und familiären Stresssituationen ausgesetzt. Sie haben jedoch andere Strategien entwickelt, mit solchen Belastungen umzugehen.
  • Gewichtsregulierung „Wenn ich fünf Kilo zunehme, fange ich wieder an zu rauchen.“ Mit dieser Ankündigung „droht“ manche Raucherin ihrem Nikotintherapeuten.Zigaretten sind jedoch kein Ersatz für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung. Wo sich Tabakkonsum zu falscher Ernährung und Bewegungsmangel gesellt, bleibt die Gesundheit sehr bald auf der Strecke.Übrigens: Wenn Zigaretten unter das Lebensmittelrecht fielen, wäre ihr Verkauf schon längst verboten. Im Tabakrauch befinden sich etwa 4.000 identifizierte Stoffe, von denen viele giftig und fast 50 sogar krebserregend sind.

    Verkauf von Tabakwaren ist legaler Drogenhandel

  • Verzicht Nichtraucher sind keine Asketen. Sie genießen vielmehr, was in den Köpfen vieler Bürger längst zu einer Worthülse verkommen ist, Freiheit und Unabhängigkeit.Entwöhnungswillige, die glauben, durch den Rauchausstieg nun lebenslänglich auf etwas Wesentliches zu verzichten, werden schon bald in ihre alten Rauchgewohnheiten zurückfallen.

Geben Sie das Rauchen auf und erfreuen Sie sich an Ihrer besseren körperlichen Verfassung und an der wiedergewonnenen Unabhängigkeit. Belohnen Sie sich! Setzen Sie das gesparte „Zigaretten-Geld“ sinnvoll ein, indem Sie sich einen lange gehegten Wunsch erfüllen. Das einzige, worauf Sie verzichten, ist der schlechte Geschmack im Mund morgens beim Erwachen und der unangenehme Geruch nach kaltem Rauch in der Wohnung.

Aus Freude am Leben
und aus Liebe zur Gesundheit:
Gib Nikotin keine Chance!

Religion und Rauchen – ein interreligiöses Thema

Rauchverbot im Vatikan

Mit Wirkung vom 1. Juli 2002 wurde in allen Innenräumen des Vatikans das Rauchen untersagt. Übertretungen des Rauchverbotes werden seitdem mit einer Geldbuße in Höhe von 30,- Euro geahndet.

Dabei mag frommen Menschen die rein pekuniäre Strafe vergleichsweise mild erscheinen: Vor mehr als dreihundert Jahren galt es noch als etwas Teuflisches, wenn Zeitgenossen Rauch aus Nase und Mund quoll, so dass Raucher damit rechnen mussten, exkommuniziert zu werden.

Tabakkonsum aus jüdischer Sicht

Das jüdische Religionsgesetz ist dynamisch, ist immer im Gehen. Deshalb wird es auf Hebräisch als „Halacha“ bezeichnet. Halacha heißt „Gehen“ und drückt aus, dass das jüdische Religionsgesetz sich in einem stetigen Prozess der Entwicklung befindet.

Die Dynamik der Halacha ist einerseits dadurch bedingt, dass sie sich immer wieder neuen Fragen stellen muss, die durch technische und wissenschaftliche Erfindungen und Fortschritte oder durch politische und gesellschaftliche Veränderungen entstehen, und sie beantworten muss. Andererseits drückt sich die Dynamik der Halacha dadurch aus, dass sie auch schon entschiedene Fragen immer wieder neu überdenkt und entscheidet, vor allem wenn neue Informationen eine erneute halachische Beurteilung erforderlich machen. Die Frage, ob Rauchen aus halachischer Sicht zu erlauben oder zu verbieten sei, ist ein Paradebeispiel zur Illustration der Dynamik der Halacha. Sie zeigt die stetige Entwicklung des jüdischen Religionsgesetzes besonders klar auf.

Die halachischen Entscheidungen über das Rauchen haben sich im Laufe der Zeit drastisch verändert und widerspiegeln die großen Fortschritte der medizinischen Erkenntnisse über das Rauchen.(…) Da heute eindeutig erwiesen ist, dass Rauchen unser Leben gefährdet, muss Rauchen als von der Thora verboten betrachtet werden.

Interessant ist, dass zusätzlich zu diesen medizinischen Faktoren in der halachischen Diskussion über das Rauchen auch andere Überlegungen hinzukommen, die die Rabbiner zu einem Rauchverbot veranlassen. Unter anderem stellen einige postum fest, dass Rauchen ein vollkommen sinnloser Zeit- und Geldverbrauch ist. Auch dieses Argument bringt heute mehr und mehr Rabbiner zu der Überzeugung, dass halachisch gesehen Rauchen eindeutig zu verbieten sei.
(aus einem Artikel des Rabbiners David Bollag, erschienen in der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ vom 24.04.02)

Rauchverbot für thailändische Mönche

Nach einer aktuellen Statistik stirbt die Mehrzahl der thailändischen Mönche an Lungenkrebs oder anderen durch das Rauchen verursachte Krankheiten. Mit einem Rauchverbot in buddhistischen Tempeln will nun die Regierung in Bangkok die Zahl der Krebstoten unter den Mönchen senken. Das Gesundheitsministerium und die Religionsbehörde wollen gemeinsam das bereits 1997 erlassene, bislang jedoch ignorierte Verbot durchsetzen, kündigte Gesundheitsministerin Keyuraphan an.
(Quelle: Berliner Morgenpost vom 02.04.02)

„Esset und trinket und schweifet nicht aus“ – Koran gegen das Rauchen

Eine Stellungnahme von Prof. Dr. Hayrettin Karaman in einer der maßgeblichen Schriften der türkischen Religionsbehörde unter „Erlaubtes und Verwehrtes“, übersetzt von Achmed Schmiede:

Ab dem 15. Jahrhundert hat der Tabak, aus der Neuen Welt kommend, seinen Einzug auch in die islamischen Länder gefunden, und seitdem befassen sich die islamischen Rechtsgelehrten mit der Frage, wie er zu beurteilen ist. (…)

Die Äußerung, das Rauchen sei lediglich verpönt (mekruh), geht darauf zurück, dass die Betreffenden sich entweder scheuen, eine durch Analogieschluss erwiesene Bestimmung als das zu bezeichnen, was sie ist, nämlich eine Verwehrung (haram), oder keine genauen Informationen über die Schädlichkeit des Rauchens besitzen.

Die Beurteilung, das Rauchen – insbesondere das gewohnheitsmäßige – sei verwehrt, stützt sich auf die Schäden, die es hervorruft, den Begriff der Verschwendung (israf) und die Angehörigen gegenüber bestehende Unterhaltspflicht (nafaka).

Schädlichkeit: Das Rauchen beeinträchtigt sowohl die Gesundheit und das Wohlbefinden des Rauchenden selbst als auch der Menschen in seiner Umgebung. Der erlauchte Gesandte hat mit den Worten: „Weder unmittelbar noch mittelbar Schaden (anrichten)!“ untersagt, Schaden zu verursachen, und Gott der Erhabene sagt: „…stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben“ (el-Bakara: 2/195), „…begehet nicht Selbstmord“ (en-Nisâ: 4/29).

Verschwendung (israf): Hierunter sind unnötige materielle Aufwendungen zu verstehen, die Koran und hadis verbieten: „…esset und trinket und schweifet nicht aus…“ (el-A’raf: 7/31) „der Prophet hat nutzlose materielle Aufwendungen untersagt“.

Unterhaltspflicht (nafaka): Ehemänner, Väter und Unterhalter bedürftiger Verwandter sind verpflichtet, für deren Lebensunterhalt (Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Behandlung usw.) aufzukommen. Es ist ihnen verwehrt (haram), davon Geld beispielsweise für Zigaretten abzuzweigen.

Daraus folgt, dass bei Vorliegen einer dieser drei Gründe das Rauchen verboten ist. Liegt keiner davon vor, so ist es verpönt (mekruh). Ob aber haram oder mekruh: Das Rauchen ist aus Glaubensgründen zu unterlassen. Dies gilt auch für das Rauchen der Wasserpfeife und das Schnupfen.

Wenn in der Türkei und anderen islamischen Ländern dennoch geraucht wird, liegt dies wie im christlichen Abendland wohl an wirtschaftlichen Interessen – und an menschlichen Schwächen.