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Dieser Brief erreichte uns kurz vor Jahreswechsel. Er spricht für sich selbst und sollte viele Menschen erreichen um sich weiterhin für eine Tabak/Nikotinfreie Gesellschaft stark zu machen.


Sehr geehrte Damen und Herren,
im Januar 2019 diagnostizierten die Ärzte bei meiner Frau Hannah-Tabea Große Lungenkrebs im vierten Stadium. Am 13. Dezember 2019 verstarb sie mit nur 43 Jahren trotz kombinierter Chemo-, Immun,- und Strahlentherapie und hinterließ fünf Kindern, die zum Zeitpunkt von Hannahs Todes erst ein, drei, fünf, acht und zehn Jahre alt waren. Dabei rauchte sie nur ein bis zwei Zigaretten am Tag. 13,5 % aller Todesfälle in Deutschland gehen auf das Rauchen zurück. Laut der aktuellen DEPRA-Studie zum Rauchverhalten hat sich der Anteil der Raucher von 2021 auf 2022 allein unter den 14 – 17-Jährigen von 8,7% auf 15,9 % fast verdoppelt. Der Bundesgesundheitsminister zeigt sich zwar besorgt, bleibt aber wie seine Amtsvorgänger weiterhin untätig.

Das Ziel:
Das Ziel ist ein Rauchfreies Deutschland nach dem Vorbild Smokefree Aoteaora in Neuseeland. Jedes Jahr kostet die Gleichgültigkeit der deutschen Regierung abertausende Menschenleben. Der als normal empfundene Tabak- und Nikotinkonsum muss durch Aufklärung, Therapieangebote, ein generelles Werbeverbot, Verteuerung, eine eingeschränkte Verfügbarkeit und schließlich ein alterspezifisches Verkaufsverbot so weit wie möglich reduziert werden:
– Das Mindestalter für den Erwerb von tabak-, und nikotinhaltigen Produkte muss schrittweise auf 25 Jahre angehoben werden.
– Ein sofortiges generelles Werbeverbot für tabak-, und nikotinhaltige Produkte. Ein Verstoß führt zum Verlust des Marktzugangs für die Dauer von zehn Jahren.
– Eine statistische Erfassung aller Raucher- und Nikotintoten unter gesonderter Ausweisung der Cannabistoten statt der bisherigen Schätzung durch das Bundesgesundheitsministerium.
– Die Darstellung von tabak-, und nikotinhaltigen Produkten in allen neuen Filmen, Serien und Videospielen führt zu einer Altersfreigabe von 18 Jahren. Im Fernsehen dürfen diese Werke nicht mehr vor 22.00 Uhr gezeigt werden. Streamingdienste dürfen solche Werke Jugendlichen nicht zugänglich machen. Plattformen im Internet können bei Verstößen belangt werden.
– Ein bundesweit einheitliches Nichtraucherschutzgesetz am Arbeitsplatz, in Privatwohnungen und Fahrzeugen, öffentlichen Gebäuden, in denen sich gewöhnlich Nichtraucher aufhalten, an Haltestellen und Bahnhöfen und in der Gastronomie (auch im Freien).
– Passiv-Rauchen wird offiziell als gefährliche Körperverletzung eingestuft mit einer Mindeststrafe von sechs Monaten (Beibringung von Gift und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen). Die eigenen Kinder Passivrauch auszusetzen wird in den Begründungskatalog für Inobhutnahme durch das Jugendamt aufgenommen.
– Beschränkungen des Verkaufs von nikotinhaltigen und tabakhaltigen Produkten, Shishas, E-Zigaretten, Vaporisieren etc. auf 100.000 lizenzierte Geschäfte. Für das Internet und Automaten gilt ein Verkaufsverbot.
– Halbierung der Nikotinhöchstmenge in allen nikotinhaltigen und tabakhaltigen Produkten.
– Einheitspackung (Plain Packaging) für alle nikotin-, und tabakhaltigen Produkte.
– Verpflichtende Angaben zum Suchhilfe-Telefon und Therapie-Angeboten auf jedem nikotin-, oder tabakhaltigen Produkt als Ergänzung zu den Warnhinweisen.
– Obwohl der Staat 14,7 Milliarden Euro durch die Tabaksteuer einnimmt und Nikotin eine der süchtig machendsten Substanzen ist, hilft der Staat den Suchtkranken nicht. Deshalb müssen die bisher kaum vorhandenen Therapieangebote für über die 20 Millionen Raucher in Deutschland ausgebaut werden – Therapieangebote mit Bubropion und Vareniclin, Nikotinpflaster und Verhaltenstherapie.
– Hausärzte werden verpflichtet, ihre Patienten regelmäßig mit Broschüren über die Gefahren des Rauchens und die Möglichkeiten des Entzugs aufzuklären.
– Einheitliche Vervierfachung der Tabaksteuer für alle nikotin-, und tabakhaltigen Produkte.
– Die Einnahmen der Tabaksteuer dürfen nur noch zur Aufklärung, für Therapieangebote, Suchtprävention, Suchtforschung und für die Unterstützung der Krankenkassen verwendet werden. Damit verschwindet der fiskalische Anreiz für den Staat, weiter vom Tod der Raucher zu profitieren.
– Suchtprävention als jährlich wiederkehrender Unterricht in der Schule.
– Ab dem 1. Januar 2030 dürfen Jugendliche, die dann 21 Jahre alt werden, nicht mehr legal nikotin,- und tabakhaltige Produkte kaufen. Dieses Verkaufsverbot wird jährlich um ein Jahr angehoben. Damit wächst eine neue Generation heran, die mit dem Rauchen gar nicht erst anfängt. Reduzierung der Verkaufslizenzen von 100.000 auf 10.000 Geschäfte. Weitere jährliche Reduzierungen.
– Nikotin und Alkohol werden in ein neu zu schaffendes Suchtgift-Gesetz aufgenommen (Betäubungsmittel braucht man zur Narkose, Genussmittel sind eine verharmlosende Beschönigung): Kleinstmengen führen nach dem portugiesischen Vorbild nicht mehr zu Strafen, sondern zu Beratungsgesprächen, Sozialstunden und Therapieangeboten.
– Entschädigung der Geschädigten und Hinterbliebenen durch die Tabakindustrie.
– Das Recht auf ein drogenfreies Leben wird als Grundrecht im Gesetz verankert.
– Deutschland setzt sich in der EU für ein Rauchfreies Europa ein.

Die Strategie:
In der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie funktionieren Kampagnen nicht mehr allein mit Fakten und Argumenten, sondern mit Geschichten und Gesichtern. Leider sterben Lungenkrebskranke wie meine Frau innerhalb von wenigen Monaten und damit lange, bevor eine solche Kampagne Erfolg haben kann. Darüber hinaus haben die Lungenkrebspatienten in ihrer Situation verständlicherweise andere Probleme. Auch ein Witwer allein beeindruckt aufgrund des tausendfachen Schicksals wenig. Aber ein Witwer mit fünf Halbwaisen – das ist eine bewegende Geschichte, besonders wenn die Mutter jung an den Folgen des Rauchens gestorben ist. Es mag zynisch klingen, aber die 127.000 Rauchertoten, die nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums sterben, bleiben nur eine gesichtslose Zahl, lösen keine Emotion aus. Ich biete mich an, ein erstes Gesicht und eine Stimme für die Kampagne ein Rauchfreies Deutschland zu sein und den Hass zu ertragen, der ohne Zweifel als Reaktion eintreten wird.

Die Kampagne:
Das Ziel der Kampagne für ein Rauchfreies Deutschland ist es, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und Druck auf die Politik auszuüben, damit diese die oben genannten Ziele schnell umsetzt. Um die Regierung unter Stress zu setzen, braucht es ein breites Bündnis aus Nichtraucher-Initiativen, Krebsforschungseinrichtungen/Instituten, Ärzten, Krankenkassen und gemeinnützigen Stiftungen, die dafür ihre Mitglieder und Finanzen mobilisieren:
– Eine gemeinsame Presseerklärung stellt das Ziel eines Rauchfreien Deutschlands vor, verbunden mit der Aufforderung an alle Parteien, sich in der Sache zu positionieren und an das Gesundheitsministerium, den Plan umzusetzen.
– Die Kampagne für ein Rauchfreies Deutschland startet eine Online-Petition, in welcher die Edeka-, Rewe-, Schwarz-, Metro- und Aldi-Gruppe als Lebensmittelhändler aufgefordert werden, alle Tabakwaren aus ihrem Sortiment zu entfernen. Die teilnehmenden Organisationen machen ihre Mitglieder auf diese Online-Petition über soziale Medien, Homepage und E-Mail-Verteiler aufmerksam.
– Die Kampagne für ein Rauchfreies Deutschland startet eine Spendenkampagne, um finanzielle Mittel für Klagen gegen den Staat und die Tabakindustrie zu sammeln. Die Unterzeichner der Online-Petition werden über die Spendenkampagne informiert. Bei jeder Spende wird der Spender gebeten, öffentlich die Beweggründe für seine Spende zu schildern. Ob er selbst einmal geraucht hat, ob er krank geworden ist und welche geliebten Menschen er an die Droge Nikotin verloren hat. Die teilnehmenden Organisationen machen ihre Mitglieder auf diese Online-Petition über soziale Medien, Homepage und E-Mail-Verteiler aufmerksam.
– Eine Demonstration an jeden 31. Mai zum Weltnichtrauchertag für die Umsetzung eines Rauchfreien Deutschlands. Hinterbliebene bringen jeweils drei Liter Asche pro Rauchertoten mit und kippen diese vor dem Bundestag auf einen Haufen – so viel bleibt nach einer Kremierung von einem Menschen übrig.
– Ich trete in den Hungerstreik mit dem Ziel, mit dem Bundesgesundheitsminister persönlich am Grab meiner Frau zur Rede zu stellen und ihm die Dringlichkeit des Schutzes der Bevölkerung vor den Gefahren des Rauchens klarzumachen.
– Start einer Bundestag-Petition, welche die Umsetzung eines Rauchfreien Deutschlands fordert. Die Unterzeichner und Spender der Online-Petition und der Spendenkampagne werden aufgefordert, die Bundestag-Petition mit zu unterzeichnen. Die teilnehmenden Organisationen machen ihre Mitglieder auf diese Online-Petition über soziale Medien, Homepage und E-Mail-Verteiler aufmerksam.
– Klage für mehr Nichtraucherschutz wegen des Verstoßes gegen das Strahlenschutzgesetz. Tabakpflanzen reichern aus dem Boden und aus Kunstdüngern das radioaktive Blei 210 und das radioaktive Polonium 210 an. Die durch das Rauchen freigesetzten Radionuklide sind für die Hälfte der Lungenkrebspatienten verantwortlich. Bei einem durchschnittlichen Raucher ergibt das eine Strahlenbelastung von 8,8 Milli-Sievert pro Jahr. Rund die Hälfte des Rauches geht aber als noch giftigeren Nebenstromrauch in die Umgebung. Menschen wie Bedienungen, die nach wie vor dem Rauch ausgesetzt sind, atmen mehr als zwanzig Zigaretten pro Tag ein. Die gesetzlich erlaubte Strahlenhöchstdosis aus künstlichen Quellen liegt aber bei 1 Milli-Sievert effektive Dosis pro Jahr. Damit verstößt das Passiv-Rauchen gegen das Strahlenschutzgesetz – ob am Arbeitsplatz, in Fahrzeugen oder in Privaträumen in Anwesenheit von Nichtrauchern wie Kindern.
– Klage gegen das Bundesgesundheitsministerium, weil es die Gesundheit der Deutschen nicht schützt. Bei dem Skandal um listerienverseuchte Wurst der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren wurde die Produktion nach drei Todesfällen eingestellt. An den Folgen des Rauchens sterben laut Homepage des Bundesgesundheitsministeriums nach Schätzungen 127.000 Menschen – trotzdem wird weder der Verkauf eingeschränkt noch dieser erschwert.
– Eine Musterklage gegen die Vorsitzenden, den Vorstand, die CEOs und den Aufsichtsrat der Tabakfirmen Imperial Brands, Philip Morris, British American Tobacco und anderer in Deutschland tätigen Tabakkonzernen sowie gegen die Bundesregierung wegen des Mordes an meiner Frau Hannah-Tabea Große. Meine Frau Hannah wurde während ihrer gesamten Kindheit durch ihre Eltern Passiv-Rauch ausgesetzt. Mit 17 Jahren begann sie als Minderjährige zu rauchen. Sie rauchte damals in der Schule und kaufte Zigarettenschachteln ohne jeden Warnhinweis darauf. Dabei waren sowohl der Tabakindustrie als auch dem Staat die Folgen des Passivrauchens und des Rauchens zu diesem Zeitpunkt längst klar. Trotzdem gibt es erst seit 2003 Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln, erst seit 2008 ein Rauchverbot an Schulen, erst seit 2014 ein Verkaufsverbot für 16-Jährige und nach wie vor keinen gesetzlichen Schutz von Kindern vor den Gefahren des Passivrauchs in Privaträumen. Meine Frau steht damit exemplarisch für eine Generation, bei der unser Staat beim Jugendschutz und bei seiner Schutzpflicht vollständig versagt hat. Und meine Kinder stehen exemplarisch für die Betrogenen und ihrer Mutter Beraubten.
– Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht, weil die Bundesregierung die Verpflichtungen des von ihr unterzeichneten Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs wegen des Verbraucherschutzes (Framework Convention on Tobacco Control) nicht nachkommt. Deutschland liegt auf der Leistung-Skala der Tabak-Kontrollliste von 36 europäischen Ländern auf dem letzten Platz. Das Ziel, bis 2040 zu einer „rauchfreien Region“ zu werden, kann durch die gegenwärtigen Maßnahmen keinesfalls erreicht werden – siehe oben. Drogen fallen in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz, welches vernünftigerweise ihre Verfügbarkeit und ihren Verkauf stark einschränkt, reglementiert und verbietet. Nur die kanzerogenen Zellgifte Alkohol und Nikotin werden beschönigend als „Genussmittel“ eingestuft. Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache ins Deutschland. Und noch immer sterben geschätzt jährlich 3500 Menschen in Deutschland an der schweren Körperverletzung des Passiv-Rauchens, darunter auch Kinder.

Was tun?
Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind schätzungsweise acht bis neun Millionen Deutsche an den Folgen des Rauchens gestorben. Diese unglaublich schreckliche Zahl legt nahe, dass es viele Menschen geben muss, die das Ziel eines Rauchfreien Deutschlands unterstützen würden. Selbst ein vorläufiger Teilerfolg wird jedes Jahr Abertausenden Menschen das Leben retten. Doch um mehr Menschen zu erreichen, brauche ich die Hilfe Ihrer Initiative. Um die Unterstützung anderer Organisationen zu gewinnen, um an Stiftungen zur Finanzierung heranzutreten und ein geeignetes Anwaltsteam zusammenstellen zu können. Es gibt in Deutschland in der Bevölkerung einen breiten gesellschaftliche Konsens über die Schädlichkeit des Rauchens. Leider ist die Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema aber auch die Ursache für die Untätigkeit der Politik.
Und das gilt es zu ändern.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.
Mit herzlichen Grüßen

Florian Große

Esslingerstraße 57
73650 Winterbach
Mobil: 0176 / 56034825
E-Mail: florianchristophgrosse@googlemail.com


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